Kann ich mich auf meine Rente verlassen?
Du wirst eine gesetzliche Rente bekommen. Aber für die meisten Familien reicht sie allein nicht, um den heutigen Lebensstandard zu halten. Hier bekommst du Struktur, Zahlen und einen klaren Plan.
1) Wie funktioniert die gesetzliche Rente wirklich?
Die gesetzliche Rente läuft im Umlageprinzip: Die heute arbeitenden Menschen finanzieren die heutigen Rentner. Das bedeutet: Es gibt keinen „Topf nur für dich“, sondern ein System, das dauerhaft stabil gehalten werden muss.
Der Druck steigt, weil mehr Menschen länger Rente beziehen und gleichzeitig weniger Beitragszahler nachkommen. Das heißt nicht, dass die Rente „weg“ ist – aber es heißt: dein Lebensstandard ist nicht automatisch abgesichert.
Sparhelden-Merksatz: Gesetzliche Rente = Basis. Vermögensaufbau = Plan.
Seriöse Infos: Deutsche Rentenversicherung (Grundlagen & Renteninformation).
2) Wann kannst du in Rente gehen?
Für Jahrgänge ab 1964 liegt die Regelaltersgrenze bei 67 Jahren. Wer früher raus will, kann das – bezahlt aber mit lebenslangen Abschlägen.
Früher in Rente – was kostet das?
- 0,3 % Abschlag pro Monat vor der Regelaltersgrenze
- maximal 14,4 % – und zwar dauerhaft
Beispiel:
Reguläre Rente: 1.600 €
2 Jahre früher (24 Monate): 24 × 0,3 % = 7,2 %
Neue Rente: ca. 1.485 € (≈ 115 € weniger/Monat)
Das sind rund 1.380 € pro Jahr – Jahr für Jahr. Genau deshalb lohnt sich Planung früh.
3) Rentenpunkte verstehen – der Schlüssel zur Rente
Rentenpunkte (Entgeltpunkte) sind die zentrale Kennzahl. Vereinfacht: Verdienst du in einem Jahr genau das Durchschnittsbrutto, bekommst du 1 Rentenpunkt. Liegt dein Einkommen darunter oder darüber, bekommst du anteilig weniger oder mehr.
- 1 Jahr Durchschnittsbrutto = 1 Rentenpunkt
- mehr Einkommen = anteilig mehr Punkte
- weniger Einkommen / Teilzeit / Pausen = anteilig weniger Punkte
Sparhelden-Merksatz: Rente ist Mathematik. Ohne Punkte keine stabile Rente.
Brutto (Durchschnittsentgelt) vs. Wert eines Rentenpunkts – die letzten Jahre
Merksatz: 1 Jahr Durchschnittsbrutto = 1 Rentenpunkt. Der Rentenwert pro Punkt wird zum 1. Juli angepasst.
| Jahr | Durchschnittsentgelt (Brutto) für 1 Punkt/Jahr | Rentenwert pro Punkt (€/Monat, ab 1. Juli) | Was du dir merken solltest |
|---|---|---|---|
| 2021 | 40.463 € | 34,19 € (West) / 33,47 € (Ost) | Für 1 Punkt brauchtest du ~40k Brutto. |
| 2022 | 42.053 € | 36,02 € (West) / 35,52 € (Ost) | Punkt-Wert steigt – aber die Brutto-Schwelle auch. |
| 2023 | 44.732 € | 37,60 € (einheitlich) | Ost/West wurde vollständig angeglichen. |
| 2024 | 47.085 € | 39,32 € (einheitlich) | Für 1 Punkt musstest du schon >47k Brutto schaffen. |
| 2025 | 50.493 € | 40,79 € (einheitlich) | 1 Punkt wird „teurer“ – mehr Brutto für gleiche Punkte. |
| 2026 (vorläufig) | 51.944 € | wird zum 01.07.2026 festgelegt | Trend: Schwelle steigt weiter. |
Quellen-Hinweis: Werte basieren auf Veröffentlichungen der DRV / gesetzlichen Grundlagen. (Hier keine Beratung, nur Orientierung.)
So werden Punkte greifbar (Brutto-Monatsrente, Stand 2025):
- 30 Punkte → ca. 1.223 € brutto
- 40 Punkte → ca. 1.632 € brutto
- 45 Punkte → ca. 1.835 € brutto
Wichtig: Brutto ≠ Netto. Im Alter gehen u. a. Kranken-/Pflegeversicherung und ggf. Steuern ab.
4) Was ist ein Rentenpunkt wert?
Der Rentenwert liegt (Stand 01.07.2025) bei rund 40,79 € brutto pro Monat je Rentenpunkt. Klingt okay – bis du die Punkte realistisch hochrechnest und mit euren Fixkosten vergleichst.
Wichtig für Familien: Diese Werte sind brutto. Im Alter kommen je nach Situation Abzüge dazu (Kranken-/Pflegeversicherung, ggf. Steuern – Stichwort nachgelagerte Besteuerung).
Hintergrund: Bundesfinanzministerium (Steuern & Grundinformationen).
5) Wie hoch ist die Rente im Verhältnis zum letzten Netto?
Viele erwarten, dass die Rente „ungefähr so weitergeht“. Das ist der Denkfehler. Als grobe Orientierung wird oft mit ca. 45–50 % des letzten Netto gerechnet – je nach Lebenslauf auch weniger.
Beispiel (nur Orientierung):
Letztes Netto: 3.000 €
Gesetzliche Rente: ca. 1.400–1.500 €
→ Rentenlücke: ~1.500 € monatlich
Und genau diese Lücke wird im Alltag spürbar: Miete, Energie, Auto, Lebensmittel – läuft alles weiter.
Inflations- und Einkommensdaten: Destatis.
6) Die Rentenlücke – warum Familien besonders betroffen sind
Familien haben oft Phasen, in denen weniger Rentenpunkte aufgebaut werden: Elternzeit, Teilzeit, Care-Arbeit. Das ist real – und genau deshalb braucht es einen Plan, der das abfedert.
- Teilzeit → weniger Punkte → niedrigere Rente
- Elternzeit → oft weniger Einkommen → weniger Punkte
- Pausen/Brüche → Lücken im Verlauf
Der wichtigste Schritt ist nicht „mehr arbeiten“. Der wichtigste Schritt ist: deine Lücke kennen und daraus eine realistische Sparrate ableiten.
Erst die Lücke kennen – dann den Plan bauen.
7) Rentenpunkte kaufen – sinnvoll oder nicht?
Rentenpunkte nachkaufen kann in bestimmten Fällen Sinn ergeben – vor allem, wenn jemand kurz vor dem Rentenstart steht und nur wenige Monate/Jahre fehlen. Dann kann „Sicherheit“ wichtiger sein als Rendite.
Für junge Familien gilt aber in der Regel:
- oft teuer im Verhältnis zur Wirkung
- unflexibel (Kapital ist gebunden)
- nicht wie eigenes Vermögen vererbbar
Klartext: Zeit ist dein größter Hebel. Wenn du Jahrzehnte hast, ist eigener Vermögensaufbau meist effizienter.
8) Private Vorsorge ist kein Luxus – der Plan in 3 Schritten
Private Vorsorge klingt groß, ist aber im Kern simpel: Budget stabilisieren, Notgroschen sichern, dann langfristig Vermögen aufbauen. So bleibt der Familienalltag ruhig – auch wenn Märkte schwanken.
Schritt 1: Budget stabil
Ohne Überblick bringt die beste Strategie nichts. Mit dem Familienbudget siehst du, was wirklich möglich ist – ohne dass euer Alltag kippt.
Schritt 2: Notgroschen (damit du nicht verkaufen musst)
Der Notgroschen-Rechner hilft euch, eine Zielgröße festzulegen. Das ist der Puffer gegen Reparaturen, Nachzahlungen und „Leben passiert“-Momente.
Schritt 3: Langfristig investieren (Zeit macht die Arbeit)
Wenn Schritt 1 und 2 stehen, wird Vorsorge planbar. Mit dem ETF-Sparplan-Simulator und dem Zinseszins-Rechner siehst du schwarz auf weiß, was Regelmäßigkeit bewirkt.
Für meine eigene langfristige Vorsorge nutze ich die Consorsbank:
übersichtlich, ETF-Sparpläne einfach umsetzbar, gut in den Familienalltag integrierbar.
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FAQ: Rente & Rentenlücke
Kann ich mich gar nicht mehr auf die gesetzliche Rente verlassen?▼
Ab wann sollte ich mich mit meiner Rente beschäftigen?▼
Wie viele Rentenpunkte brauche ich für eine „gute“ Rente?▼
Wie hoch ist meine persönliche Rentenlücke?▼
Lohnt es sich, Rentenpunkte zu kaufen?▼
Muss ich im Alter Steuern auf meine Rente zahlen?▼
Ist ETF-Sparen für Altersvorsorge nicht zu riskant?▼
Ist das hier eine Anlageberatung?▼
9) Sparhelden-Fazit
Du wirst eine gesetzliche Rente bekommen. Aber: Für viele Familien reicht sie allein nicht, um den Lebensstandard zu halten. Hoffnung ist keine Strategie – Struktur ist es.
Der schnellste Weg zu Klarheit: Rentenlücke berechnen, Budget stabilisieren, Notgroschen sichern, dann langfristig Vermögen aufbauen. Das ist nicht „reich werden“ – das ist Verantwortung.
Mein persönlicher Blick als Alleinverdiener:
Ich setze auf Struktur, Liquidität und langfristigen Vermögensaufbau, statt mich allein auf staatliche Systeme zu verlassen.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Bildungsinhalte für Familien. Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.