Junior-Depot: Vermögen für Kinder aufbauen – langfristig & verantwortungsvoll

Klartext: Ein Junior-Depot ist kein Muss. Aber es ist eine der wenigen Möglichkeiten, mit überschaubaren Beträgen langfristig echte Optionen für Kinder aufzubauen. Nicht durch Timing oder Tricks – sondern durch Zeit, Disziplin und Geduld.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar.

Sparhelden-Kernaussagen:
  • Zeit ist der größte Hebel – nicht die monatliche Sparrate.
  • Das Geld gehört dem Kind, Eltern tragen Verantwortung.
  • ETFs im Depot sind Eigentum, kein Bankguthaben.
  • Steuern sind kein Risiko, aber ein Thema, das man kennen sollte.

Was ist ein Junior-Depot?

Ein Junior-Depot ist ein Wertpapierdepot auf den Namen des Kindes. Eltern eröffnen es, verwalten es und treffen die Entscheidungen – rechtlich gehört das Vermögen jedoch dem Kind.

Genau das unterscheidet ein Junior-Depot von klassischen Sparformen: Es ist kein Unterkonto der Eltern und kein „Spielgeld“, sondern echtes Kindervermögen.

  • kein kurzfristiges Sparkonto
  • kein Konsumtopf
  • kein Ersatz für Rücklagen der Eltern

Sparhelden-Einordnung: Ein Junior-Depot ist kein Produkt, sondern ein langfristiges System.

Warum Zeit der entscheidende Hebel ist

Viele Eltern zögern, weil sie nur kleine Beträge sparen können. Doch genau hier liegt der Denkfehler: Kinder haben Zeit – oft 15, 18 oder sogar 20 Jahre.

Diese lange Laufzeit kann Schwankungen ausgleichen und erlaubt es, dass Erträge wiederum Erträge erzeugen – der bekannte Zinseszins-Effekt.

Wie dieser Effekt wirkt, erkläre ich hier ohne Rechenformeln: Zinseszins einfach erklärt

Rechtlicher Rahmen – was Eltern wissen sollten

  • Depotinhaber ist das Kind
  • Eltern handeln treuhänderisch
  • Einzahlungen gelten meist als Schenkungen
  • Mit 18 endet die elterliche Verfügung

Das klingt formal, ist aber wichtig: Das Geld ist rechtlich nicht „zurückholbar“. Ein Junior-Depot sollte deshalb nur genutzt werden, wenn das Geld langfristig entbehrlich ist.

Verantwortung heißt hier: nicht nur investieren, sondern auch loslassen können.

Junior-Depot eröffnen – Voraussetzungen & Ablauf

Die Eröffnung ist organisatorisch machbar, aber oft aufwendiger als bei einem normalen Depot. Das liegt daran, dass das Kind rechtlich geschützt werden muss.

Wer darf eröffnen?

In der Regel sind es beide sorgeberechtigten Elternteile. Bei Alleinerziehenden genügt das alleinige Sorgerecht.

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Steuer-ID des Kindes
  • Ausweise und Steuer-IDs der Eltern

Wie läuft die Eröffnung ab?

Nach Antrag und Identifikation wird das Depot eröffnet. Je nach Bank dauert das einige Tage bis wenige Wochen.

Wichtig: Geduld gehört dazu – dafür ist die Struktur danach klar und sauber.

Sicherheit & Insolvenz: Was passiert wirklich?

Eine häufige Sorge ist die Frage nach der Sicherheit bei einer Bankeninsolvenz. Hier ist die Unterscheidung entscheidend:

  • Cash: Einlagensicherung bis 100.000 €
  • ETFs: Eigentum des Kindes (Sondervermögen)

ETFs gehören nicht zur Insolvenzmasse der Bank. Praktisch kann es zu Verzögerungen kommen – ein Verlust der Anteile ist dadurch jedoch nicht zu erwarten.

Steuern im Junior-Depot – realistisch eingeordnet

Auch Kinder haben steuerliche Freibeträge. Das kann ein Vorteil sein, wenn man ihn kennt und korrekt nutzt.

  • Sparer-Pauschbetrag: aktuell 1.000 € pro Jahr
  • Möglich: Kapitalertragsteuer, Ausschüttungen, Vorabpauschale

Steuern sind kein Grund gegen ein Junior-Depot – aber ein Thema, das wir separat und verständlich aufbereiten.

Typische Fehler von Eltern

Die größten Risiken liegen selten im Markt – sondern im Verhalten.

  1. Zu spät anfangen
  2. Zu komplizierte Strategien
  3. Häufiges Umschichten
  4. Panik bei Schwankungen
  5. Depot als Reserve betrachten

FAQ – häufige Fragen zum Junior-Depot

Ab wann ist ein Junior-Depot sinnvoll?

Rein technisch ab Geburt. Entscheidend ist der lange Zeithorizont, nicht der Startbetrag.

Wie viel sollte man monatlich einzahlen?

So viel, wie dauerhaft möglich ist. Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Höhe.

Was passiert mit dem Depot mit 18?

Die volle Verfügung geht auf das Kind über. Spätestens dann ist finanzielle Bildung wichtig.

Ist das Geld sicher?

ETFs sind Sondervermögen. Marktschwankungen sind möglich, ein Bankausfall führt nicht automatisch zum Verlust.

Hinweis: Inhalte dienen der Orientierung. Keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

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