Rürup-Rente (Basisrente) – sachlich erklärt für Familien

Klartext vorweg:
Die Rürup-Rente ist Altersvorsorge, kein Investment. Sie wurde geschaffen, um bestimmte Personengruppen steuerlich zu entlasten und eine lebenslange Rente abzusichern – nicht, um flexibel Vermögen aufzubauen oder kurzfristige Ziele zu erreichen. Wer diesen Unterschied versteht, vermeidet Fehlannahmen und unrealistische Erwartungen.

Gerade für Familien ist diese Unterscheidung entscheidend, da finanzielle Planung hier nicht nur Rendite, sondern auch Flexibilität, Planbarkeit und Absicherung umfasst.

Zur grundsätzlichen Einordnung von Altersvorsorge und Vermögensaufbau siehe auch: Investieren starten.

1. Was ist die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente – auch Basisrente genannt – ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Sie wurde eingeführt, um eine zusätzliche Altersabsicherung zu ermöglichen, insbesondere für Personen außerhalb oder am Rand der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Förderung erfolgt nicht über Zulagen, sondern über den steuerlichen Abzug der Beiträge während der Ansparphase.

Zentrale Merkmale:

  • Beiträge können innerhalb gesetzlicher Höchstgrenzen steuerlich geltend gemacht werden
  • Auszahlung ausschließlich als lebenslange monatliche Rente
  • Kein Kapitalzugriff während der Ansparphase
  • Der Vertrag ist nicht kündbar

Die Rürup-Rente folgt damit einer klaren Logik: langfristige Bindung des Kapitals gegen steuerliche Entlastung im Erwerbsleben.

Offizielle Informationen zur steuerlichen Behandlung finden sich bei der Bundesfinanzministerium.

2. Für wen wurde die Rürup-Rente geschaffen?

Die Basisrente richtet sich vor allem an Personengruppen, die keinen oder nur eingeschränkten Zugang zur gesetzlichen Rentenversicherung haben oder deren Einkommen deutlich über dem Durchschnitt liegt.

Typische Zielgruppen sind:

  • Selbstständige und Freiberufler ohne gesetzliche Rentenansprüche
  • Gutverdienende Angestellte mit hoher Steuerlast
  • Personen mit stark schwankendem Einkommen

Wichtig: Das bedeutet nicht, dass die Rürup-Rente automatisch für jede Familie geeignet ist. Sie ist ein spezialisiertes Vorsorgeinstrument und kein universelles Altersvorsorgeprodukt.

3. Wie funktioniert die staatliche Förderung?

Die staatliche Förderung der Rürup-Rente erfolgt indirekt über das Steuerrecht:

  • Beiträge können als Sonderausgaben in der Steuererklärung angesetzt werden
  • Der steuerliche Vorteil hängt vom persönlichen Steuersatz ab
  • Die spätere Rentenzahlung wird im Alter nachgelagert besteuert

Das bedeutet: Steuern werden nicht dauerhaft eingespart, sondern zeitlich verschoben. Ob sich dieser Effekt positiv auswirkt, hängt von der individuellen Einkommens- und Steuersituation im Erwerbsleben und im Rentenalter ab.

Zur besseren Einschätzung langfristiger Versorgungslücken: Rentenlücken-Rechner.

4. Vorteile der Rürup-Rente

Häufig genannte Vorteile der Basisrente sind:

  • Steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge
  • Insolvenz- und Pfändungsschutz des angesparten Kapitals
  • Lebenslange Rentenzahlung unabhängig vom tatsächlichen Lebensalter

Diese Punkte können in bestimmten Lebensmodellen sinnvoll sein, insbesondere wenn die steuerliche Entlastung im Vordergrund steht.

5. Nachteile und Einschränkungen

Die Einschränkungen der Rürup-Rente sind für viele Familien der entscheidende Faktor:

  • Kein Zugriff auf das angesparte Kapital – auch nicht bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit
  • Keine Kündigung möglich, lediglich Beitragsfreistellung
  • Vererbung nur eingeschränkt oder gar nicht möglich
  • Abhängigkeit vom Anbieter, insbesondere bei Kosten und Rentenfaktor
  • Komplexe Vertragsbedingungen
  • Geringe Transparenz im Vergleich zu direktem Vermögensaufbau

Für Familien bedeutet das vor allem: langfristige Bindung bei gleichzeitig fehlender finanzieller Flexibilität.

6. Rürup-Rente vs. ETF-Vermögensaufbau

Die Rürup-Rente und ein ETF-basierter Vermögensaufbau verfolgen grundlegend unterschiedliche Ziele:

Zum Vergleich: ETF-Grundlagen für Familien.

AspektRürup-RenteETF-Vermögensaufbau
Zugriffkein Zugriffjederzeit möglich
Flexibilitätgeringhoch
Besteuerungnachgelagertlaufend bzw. bei Verkauf
Vererbungeingeschränktfrei möglich
Transparenzabhängig vom Vertraghoch
Ziellebenslange AltersrenteVermögensaufbau

7. Einordnung bei Wir sind Sparhelden

Bei Wir sind Sparhelden wird die Rürup-Rente bewusst eingeordnet:

  • Sie ist kein Fundament des Vermögensaufbaus
  • Sie kann ein ergänzender Baustein sein
  • Sie ersetzt kein frei verfügbares Vermögen
  • Verstehen ist wichtiger als Abschließen

Gerade für Familien stehen Planbarkeit, Transparenz und Zugriff häufig höher als steuerliche Optimierung.

8. Fazit

Die Rürup-Rente ist kein schlechtes Produkt – aber ein sehr spezielles. Sie erfordert langfristige Planung und den bewussten Verzicht auf Flexibilität. Genau deshalb sollte sie nüchtern, sachlich und ohne Verkaufsdruck betrachtet werden.

Zur Gesamteinordnung aller Anlageklassen: Investieren starten.

FAQ zur Rürup-Rente

Ist die Rürup-Rente kündbar?

Nein. Eine Kündigung ist nicht möglich. Der Vertrag kann lediglich beitragsfrei gestellt werden.

Kann ich mir das Kapital auszahlen lassen?

Nein. Die Auszahlung erfolgt ausschließlich als lebenslange monatliche Rente.

Ist die Rürup-Rente sicher?

Sie unterliegt gesetzlichen Vorgaben, bleibt jedoch abhängig vom Anbieter, den Kosten und dem vereinbarten Rentenfaktor.

Ist die Rürup-Rente für Familien geeignet?

Das hängt stark von Einkommen, Steuerlast und dem Wunsch nach Flexibilität ab. Für viele Familien ist der fehlende Kapitalzugriff ein entscheidender Nachteil.

Ersetzt die Rürup-Rente ETFs?

Nein. Die Rürup-Rente verfolgt einen anderen Zweck und ersetzt keinen freien, flexiblen Vermögensaufbau.

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